Neue Organisationsformen für die digitale Welt? Decentralized Autonomous Organizations and Beyond
Abstract
Zusammenfassung Dieser Aufsatz untersucht die Anwendung des deutschen Rechts auf neue dezentrale Unternehmensformen, wie sie als „DAO“ oder im Metaverse anzutreffen sind, und erarbeitet Vorschläge de lege ferenda zur Schaffung einer neuen Gesellschaftsform für dezentral organisierte Unternehmen. Die Anwendung des deutschen Gesellschaftsrechts führt zur Qualifikation als GbR oder nicht eingetragener Verein. Dabei qualifizieren nur Gründer-Entwickler sowie die ‚nodes“ als Mitglied bzw. Gesellschafter. Indirekte Partizipation über Wallets genügt nicht. Eine de lege ferenda zu schaffende Rechtsform muss den konkreten Dezentralisierungsgrad der Einflussmöglichkeiten berücksichtigen, wobei eine vollständige Dezentralisierung ein Mythos ist. Eine Rechtsform könnte daher nach Art einer KG gestaltet sein, mit den Gründer-Entwicklern und anderen Personen mit Code-Zugriff als Komplementären und nur-Nodes als Kommanditisten. Zugleich wird gezeigt, dass einer Ordnung dieser innovativen Unternehmensformen über das Gesellschaftsrecht die Alternative einer funktionsbezogenen Ordnung über das Vertrags- und Deliktsrecht gegenübersteht.
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